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Referat: Haflinger

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11.07.2018     Mit dem Ausnahme-Haflinger zur Bronzemedaille in der Österreichischen Meisterschaft der Parareiter

 

Wie kommt man zu dem Pferd, das hundertprozentig passt? Indem man es nicht sucht.

Michi Kuntner erzählt in ihrer herzerfrischenden Art, wie sie ihre Schwester auf deren Suche nach einem Pferd in die Steiermark begleitet hat und eigentlich nur „ein bisschen Wein“ trinken wollte. Nichts ahnend, dass sie dort ihrem Traumpferd begegnen würde.
Stockholm von Körungssieger Stelvio aus der Bundessiegerstute Anita, damals noch im Besitz von Harald Reicher, ging der lebensfrohen jungen Frau nach der ersten Kontaktaufnahme nicht aus dem Kopf. Es bedurfte aber noch einer Zeit von rund drei Monaten bis der Haflinger in den Stall im oberösterreichischen Viechtwang einzog. Eine zufällige Begegnung von Michi und Harald bei der Welser Messe (es gibt keine Zufälle!) - die Frage nach Stockholm, der immer noch nicht verkauft war und der nun in eine Reitschule kommen sollte. Da hieß es handeln und kurz entschlossen fuhr man noch einmal in die Steiermark. Nach längerem Feilschen vor Ort war man sich handelseinig. Mit Haflinger Stockholm und einem im Kaufpreis inbegriffenen neuen Hund für die Trainerin Manuela Rathner im Gepäck reiste man schlussendlich wieder nach Oberösterreich zurück.
Für Michaela Kuntner, die trotz ihrer Gehberhinderung bereits mit fünf Jahren zu reiten begonnen hat, entpuppte sich Stockholm als Seelenpferd. Der bildschöne Haflingerwallach konnte unter dem Sattel von anderen Reiterinnen schon einmal richtig abgehen, bei Michi zeigte er sich aber vorbildlich.
Von den Vereinskollegen erfuhr die junge Frau, dass im Mai 2018 im nicht weit entfernten Pferdezentrum Stadl Paura ein internationales Paraturnier stattfinden würde. Sie hatte vor Jahren bereits mit ihrem zweiten Haflinger „Bubi“ Turnierluft geschnuppert und fasste sofort eine
Teilnahme ins Auge. Nicht, ohne sich vorher abgesichert zu haben, ob man in Stadl Paura bei einem internationalen Paraturnier mit einem Haflinger an den Start gehen könne. Was von Vali Hack vom oberösterreichischen Pferdesportverband bestätigt wurde.
Nun ging es ans Trainieren und mit der Unterstützung Manuela Rathner ging das Paar – begleitet vom motivierenden Fanclub - in Stadl Paura an den Start – und konnte sich tatsächlich dort mit einer sehr respektablen Leistung für die Österreichische Meisterschaft der Parareiter Ende Juni am Schindlhof in Fritzens qualifizieren.
Nach einer etwas verzögerten Abreise – Stockholm war gerade nicht auf Ortswechsel eingestimmt – ging Ende Juni die Fahrt ins heilige Land Tirol.
Unter all den hochkarätigen Dressurkrachern beim internationalen Dressurturnier CDI4* war der sechsjährige Haflingerwallach ein Exot. Als einziger Vertreter seiner Rasse zeigte „Stocki“ jedoch im Dressurviereck wahre Größe.
Mit Top-Platzierungen an allen drei Turniertagen gab es für Michi und Stockholm am Sonntag unter dem Jubel der eigens angereisten Fans die Bronzemedaille in der Österreichischen Meisterschaft der Parareiter.
Hut ab vor so viel Mut, so viel Können und so einem großartigen Zusammenspiel zwischen Mensch und Pferd!


(Bericht und Foto Sonja Bauer)

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